ÜBER GAIETY GIRL

"Ein Gaiety Girl ist Chormädchen und Tänzerin im beliebten Gaiety Theatre in London, zu finden auf The Strand. Gaiety Girls machen die Aufführungen durch Tanz und Gesang zu ganz besonderen Erlebnissen und sind seit den frühen 1890er Jahren auch über die Grenzen des Gaiety Theatre hinaus beliebt und bewundert. Aber Gaiety Girls sind keine Burlesque-Tänzerinnen. Sie sind respektable, höfliche junge Damen - das Inbild des perfekten spätviktorianischen Mädchens. Immer modisch, elegant und frohen Mutes. Es ist nicht ungewöhnlich, wenn Gaiety Girls, die meist aus der oberen Mittelschicht stammen, Verehrer aus der höchst respektablen Oberschicht haben und manche heiraten sogar in den Adel ein. Ein früheres Gaiety Girl, Mabel Russel, ist sogar als eine der ersten Frauen Mitglied im Parlament geworden."

WAS PASSIERT AUF GAIETY GIRL?

Willkommen auf meinem Blog, "Gaiety Girl". Hier berichte ich über Kultur, Mode, Gesellschaft und Menschen des langen neunzehnten Jahrhunderts, mit besonderem Fokus auf dem fin de siècle, den rund zwanzig Jahren zwischen 1890 und 1910. Ein weiteres Hauptaugenmerk liegt auf der Belle Époque, die das fin de siècle einschließt und ungefähr von 1871 bis 1914 anzusetzen ist. Darüber hinaus beschäftige ich mich aber durchaus auch mit den frühen Jahren des neunzehnten Jahrhunderts, ungefähr ab der Krönung Queen Victorias im Jahr 1837. Unterwegs bin ich großteils in Großbritannien und Frankreich, aber auch in Deutschland, den Vereinigten Staaten und im Japan der Meiji-Ära. Ich bin immer bestrebt ein umfassendes Bild der Epoche zu zeichnen und mich nicht nur auf westliche Geschichte zu konzentrieren, weshalb nach und nach weitere Orte und Regionen hinzukommen werden. 

Das "Gaiety Girl" ist ein sogenanntes Edutainment-Blog: Ich möchte euch hier einen ersten Einblick in die Epoche geben und schreibe großteils, um zu unterhalten. Natürlich möchte ich, dass meine Leser auch etwas lernen und mitnehmen können, möchte aber darauf hinweisen, dass das "Gaiety Girl" keine zitierfähige Quelle ist und sein soll und auch nicht den Anspruch erhebt, wissenschaftlich zu arbeiten. Das "Gaiety Girl" ist für Leser gedacht, die sich für die Epoche interessieren und ihr Allgemeinwissen aufstocken möchten. Für eine detailreiche, wissenschaftliche Herangehensweise und Recherche empfehle ich unbedingt, sich Fachliteratur zu beschaffen und selbst nachzulesen. Zu diesem Zweck sammle ich unter jedem meiner Artikel auch Literaturtipps, die für den Beginn der Recherche herangezogen werden können. Auf "Gaiety Girl" möchte ich Menschen für die Epoche begeistern, ihnen einen ersten Überblick geben und sie dazu bewegen, sich selbst näher mit den hier vorgestellten Themen und der Ära zu beschäftigen. 

Was mir sehr am Herzen liegt ist, ein allumfassendes, rundes Bild der Epoche zu zeichnen. Ich zeige auf "Gaiety Girl" daher nicht bloß die schöne, romantische Seite der Ära, sondern auch die Schattenseiten und die nicht so pittoresken Kapitel der Zeit. Mir ist es sehr wichtig, über den Fokus auf weiße, westliche Geschichte hinauszugehen und ein vollständiges Bild der damaligen Gesellschaft entstehen zu lassen, wobei ich aber wie bereits erwähnt keinesfalls einen professionellen, wissenschaftlichen Anspruch erheben möchte, sondern das Blog eher zu meiner und eurer Unterhaltung führe. Erwarten könnt ihr in diese Richtung viel Beschäftigung mit Geschlechterrollen des neunzehnten Jahrhunderts, den sozialen Umständen in den großen Metropolen, mit nicht-weißer Geschichte innerhalb und außerhalb der westlichen Welt und dergleichen. Darüber hinaus bin ich jemand, der sich gern eigene Gedanken zu historischen Umständen macht und dem es sehr am Herzen liegt, Mythen und Urban Legends zur Belle Époque mithilfe von Recherche und Quellen aufzuklären. Ich versuche immer, nicht nur die allgemein bekannten Fakten wiederzugeben, sondern auch ein wenig unter die Oberfläche zu gehen. Ich kann nicht dafür garantieren, dass mir das immer gelingt, doch ich gebe mein Bestes.

WOHER KOMMT DAS GAIETY GIRL?

Die ersten Einträge auf "Gaiety Girl" stammen aus dem Jahr 2011, doch das Blog geht noch viel weiter zurück, wie einige wenige von euch vielleicht sogar noch wissen. Meine Begeisterung für das neunzehnte Jahrhundert hat relativ früh eingesetzt, nachdem ich als Jugendliche angefangen habe, historische Romane zu lesen. Schuld in dem Sinne ist Mark Twain mit seinen Romanen über Tom Sawyer und Huckleberry Finn. Ich war schon immer recht wissbegierig, was historische Stoffe angeht, und habe angefangen mir die Epoche zu erschließen, aus der Mark Twain und seine Romane stammen. Mein erstes großes Steckenpferd war der kalifornische Goldrausch, den ich rauf und runter recherchiert habe, nachdem ich Karen Cushmans wunderschönes Kinderbuch "Die Ballade von Lucy Whipple" zu dem Thema gelesen hatte. Ich habe mich dann einfach an den Ereignissen entlang gehangelt, vom Goldrausch über die Besiedlung des amerikanischen Westens zur Ostküste, zum Bürgerkrieg, zu den berühmten Gesetzlosen und immer weiter. Nach Europa kam ich über die Brontë-Schwestern, ganz besonders über die "Sturmhöhe". Lustigerweise hat mich das fin de siècle damals noch überhaupt nicht interessiert, alles nach 1870 fand ich langweilig. 

Geändert hat sich das durch "Das Bildnis des Dorian Gray" von Oscar Wilde, das mir sozusagen die Türen in die dekadente Welt der Belle Époque geöffnet hat und als ich dann erst einmal mitten drin war, bin ich nicht mehr davon losgekommen. Wie ihr seht, kam das Interesse an Epochen bei mir immer durch Romane, Klassiker und moderne historische Romane gleichzeitig und zu einem gewissen Grad passiert es mir immer noch, dass ein gut recherchierter, detailreich geschriebener Roman neue Interessensgebiete für mich erschließt. Dazu ist wohl zu sagen, dass ich selbst auch schreibe - natürlich historische Romane, aber auch andere Genres - und das "Gaiety Girl" an sich 2011 als Recherchesammlung für mich persönlich begonnen hat. Wie gesagt gehen die Wurzeln des Blogs allerdings noch viel weiter zurück. Ich weiß nicht mehr so genau, wann ich mein "Victorian Wonderland" eröffnet habe, mein allererstes Blog, aus dem sich das "Gaiety Girl" 2011 entwickelt hat. Wer sich an das graue Wellpappendesign des Wunderlands noch erinnert, darf mir gern einen Kommentar da lassen, das würde mich wirklich interessieren. 

Das Wunderland war ein ziemlich gemischter Haufen von Posts zum Schreiben, zu Büchern, die mir gefallen haben, zu Dingen, die mir passiert sind und eben zu winzigen Artikelchen zum viktorianischen England, die zwischendurch immer mal wieder dabei waren. Mich hat allerdings genau diese bunte Mischung irgendwann gestört, weil niemand einen Überblick bekommen hat, was genau das Blog eigentlich will und wo was zu finden ist - ich hatte keine Richtung, aber ich wollte eine. So ist dann schon 2010 die Idee zum "Gaiety Girl", einem richtigen Geschichtsblog zur Unterhaltung für mich und andere, entstanden. Ende 2011 habe ich das Blog dann ins Leben gerufen und es erstaunt mich wirklich, das einige von euch seitdem mitlesen und dabei geblieben sind, durch die ganzen Umbauarbeiten, den großen Crash von 2012 und die langen Strecken, in denen ich gar nicht gebloggt habe. Das "Gaiety Girl" ist immer noch ein kleines, recht unbekanntes Blog, aber ich bin jedem Leser dankbar, der mitliest, mir Kommentare hinterlässt und sich für die Epoche interessiert. Langer Rede, kurzer Sinn: Das "Gaiety Girl" hat sich über die Jahre hinweg aus einem völlig chaotischen Teenagerblog in das verwandelt, was es jetzt ist und ich bin im Moment wirklich stolz auf das Blog und allen Lesern dankbar, die hier Inspiration finden und mir Anregungen dalassen. Ich bin wirklich gespannt, wie es mit dem "Gaiety Girl" weitergehen wird und ich hoffe, dass ihr mir alle erhalten bleibt.

Alles Liebe,

Charlotte

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